21 Jun 2019

Beeinflusst ESG-Momentum Bewertungen?

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Vermögen überall auf der Welt zu mobilisieren, um damit im sozialen Bereich und beim Umweltschutz positive Veränderungen zu bewirken, findet als Konzept ein immer breiteres Echo in Führungsetagen, Coffee Shops und in der Presse.
Seit die Finanzkrise 2008-2009 Millionen von Menschen die Macht der Kapitalmärkte vor Augen geführt hat, erfreuen sich nachhaltige Anlagen – auch Sustainable Investing genannt – immer größerer Beliebtheit. Heute ist ESG ein großes Thema am Markt, das nicht nur für institutionelle Anleger interessant ist, die neue Risikofaktoren wie Corporate Governance und Diversität in Aufsichtsratsgremien ausgemacht haben, sondern auch für Privatanleger, die mit ihrem Geld einfach etwas bewegen möchten.
Trotz aller Positiveffekte kommt beim Thema Sustainable Investing jedoch immer wieder eine Frage auf, insbesondere unter Experten, von denen Anleger optimale risikobereinigte Renditen erwarten:
„Nützt oder schadet Sustainable Investing der Wertentwicklung?“
Der große Indexanbieter MSCI hat sich nun mit dieser Frage befasst und ist zu einigen interessanten Ergebnissen gelangt..

Die ESG-Frage: Korrelation oder Kausalität?

Im Research-Artikel „How Markets Price ESG“1 hat MSCI untersucht, ob Veränderungen im ESG-Profil eines Unternehmens (ESG steht für Environmental, Social and Governance, d. h. die Aspekte Umwelt, Soziales und Unternehmensführung) Auswirkungen auf die Kursentwicklung der entsprechenden Aktie haben.
Ein ESG-Profil beinhaltet unternehmensbezogene Faktoren wie Unternehmensführung, Eigentumsverhältnisse, steuerliche Transparenz, CO2-Bilanz und Geschlechtervielfalt – „alle [die] Merkmale, für die sich Anleger bei der Finanzanalyse eines Unternehmens interessieren könnten“.
Warum diese Frage? Die Research-Analysten von MSCI haben über 2.000 Studien zu diesem Thema ESG ausfindig gemacht und festgestellt, dass diese Frage in Wissenschafts- und Expertenkreisen intensiv diskutiert wird. Eine klare einhellige Antwort war jedoch nicht zu finden.
Daher beschloss MSCI, die zugrundeliegenden ökonomischen Fragestellungen genauer unter die Lupe zu nehmen. Sollte sich keinerlei kausale Verbindung herstellen lassen, ist eine Korrelation von ESG-Werten und Aktienkursen vielleicht einfach nur ein Zufallsprodukt.
Was den Analysten sofort ins Auge sprang: Es sind viele Faktoren, die den Aktienkurs beeinflussen. Unternehmen mit hohen ESG-Scores zeichnen sich oft auch durch eine starke Bilanz, eine bessere Mitarbeiterbindung und geringere Risiken aus. Es könnten also auch diese Faktoren – und nicht das ESG-Profil – sein, die für eine Outperformance verantwortlich sind.
Um dies zu klären, entwickelten die Analysten ein Modell zur Untersuchung der jährlichen Veränderungen im ESG-Profil eines Unternehmens („ESG-Momentum“), mit dem Effekte anderer Faktoren mit potenziellen Auswirkungen auf die Ergebnisse kontrolliert werden können.

ESG-Momentum offenbar als Prognoseinstrument für Kursentwicklung geeignet

Eines der Research-Ergebnisse von MSCI ist in der Grafik unten dargestellt, die die am ESG-Momentum gemessene historische Wertentwicklung von Unternehmen des obersten Quintils im Vergleich zum untersten Quintil für Industrie- und Schwellenländer zeigt.
Daraus wird ersichtlich, dass – in einem Zeitraum von fast zehn Jahren – Unternehmen mit positivem ESG-Momentum besser abgeschnitten haben als solche mit negativem ESG-Momentum.

Vergleich der Wertentwicklung des obersten und untersten ESG-Momentum-Quintils2

Performance of top versus bottom ESG momentum quintile portfolios

1Die MSCI-Studie kann unter folgendem Link abgerufen werden: https://www.msci.com/www/research-paper/how-markets-price-esg-have/01159646451.

2Quelle: MSCI, „How Markets Price ESG“, Nov. 2018, Giese, Nagy. Die Daten umfassen zwei hypothetische Long-Short-Indexportfolios. Die Wertentwicklung in den Industrieländern wird durch eine Long-Position auf das gleichgewichtete obere Quintil des MSCI World Index und eine Short-Position auf das gleichgewichtete untere Quintil dargestellt. Die Daten für die Industrieländer umfassen den Zeitraum von Juni 2009 bis Februar 2018. Das hypothetische Portfolio für die Schwellenländer wendet die gleiche Methode auf den MSCI Emerging Markets Index an. Die Daten umfassen in Ermangelung älterer Daten den Zeitraum von Juni 2013 bis Februar 2018. In der Vergangenheit erzielte Ergebnisse sind kein zuverlässiger Indikator für zukünftige Ergebnisse.

Risikohinweise

Als Investor sollten Sie die Risiken berücksichtigen, denen Sie mit einer Anlage in ETFs ausgesetzt sind. EineBeschreibung dieser Risiken finden Sie hier, im Verkaufsprospekt oder auf www.lyxoretf.de.

Kapitalrisiko: Da ETFs einen Index abbilden, ähnelt auch ihr Risiko einer direkten Anlage im zugrundeliegenden Index. ImFall einer negativen Wertentwicklung des Index erhalten Anleger den ursprünglich investierten Betrag unter Umständennicht zurück.

Abbildungs- oder Replikationsrisiko: Es ist möglich, dass ein ETF seine Anlageziele aufgrund unerwarteter Ereignisse anden zugrunde liegenden Märkten nicht erreicht, sofern diese Ereignisse eine Indexberechnung und effiziente Abbildungbeeinträchtigen.

Mit dem Basiswert verbundene Risiken: Der einem ETF zugrunde liegende Index kann komplex sein und starkenWertschwankungen aufweisen (Volatilität). Bei einer Anlage in Rohstoffen steht der zugrunde liegende Indexmöglicherweise in Beziehung zu Rohstoff-Futures-Kontrakten, durch die Anleger einem Liquiditäts- und Kostenrisiko (etwaLager-, Fracht- und Transportkosten) ausgesetzt sein könnten. ETFs, die ein Engagement in Schwellenländern (EmergingMarkets) verkörpern, beinhalten deren vielfältige und typische Risiken, wie etwa politische Risiken, und können dahergrößere Verlustrisiken aufweisen als Anlagen in Industrieländern (Developed Markets).

Wechselkursrisiko: ETFs unterliegen immer dann einem Wechselkursrisiko, wenn der ETF auf eine andere Währung lautet alsdie des zugrunde liegenden abgebildeten Index. Die Schwankungen des Wechselkurses der Währungen können die Rendite derAnlage sowohl positiv als auch negativ beeinflussen.

Liquiditätsrisiko: Die Société Générale und weitere zugelassene Market Maker stellen an den Börsen Geld-Brief-Kurse, umeinen liquiden Handel von Lyxor ETFs zu gewährleisten. Die Liquidität eines ETFs kann in Folge einer Marktstörung, dieBestandteile des zugrunde liegenden Index betrifft, beeinträchtigt werden. Ferner können Marktunterbrechungen an denBörsen der ETF-Notierung oder Systemausfälle in den Handelssystemen der Société Générale oder der Market Maker oderandere außergewöhnliche Handelssituationen und -ereignisse die Liquidität einschränken.

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