25 Nov 2021

Im Epizentrum des Klimawandels: Ein Jahr im Eis

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Gravierende Veränderungen unseres Klimas stehen uns bevor, wenn wir unseren CO2-Ausstoß nicht drastisch senken - auch bei der Geldanlage. Wir sehen es als unsere Aufgabe, Sie als Investor dazu zu ermutigen, diesen Schritt zu gehen und auf dem Weg zur klimafreundlichen Geldanlage zu unterstützen. Am 18. November 2021 haben wir gemeinsam mit Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft die Lyxor Klima-Konferenz im Frankfurter Palmengarten veranstaltet, bei der Professor Dr. Markus Rex über die größte Arktisexpedition aller Zeiten berichtete. Lesen Sie hier eine Zusammenfassung des Vortrags, den Sie sich als Aufzeichnung hier ansehen können.

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Ein Jahr waren der Klimaforscher Markus Rex und seine Kollegen mit ihrem Schiff Polarstern an einer Eisscholle festgefroren und ließen sich mit dem Eis durch die Arktis treiben. Ihre Mission: Die Folgen des Klimawandels aufdecken. Auf der Lyxor Klima-Konferenz erzählt der Forscher von seiner Expedition.

Keine Region auf der Welt ist so stark vom Klimawandel betroffen wie die Arktis. Das Klima hier erwärmt sich dreimal schneller als in allen anderen Regionen auf der Welt. Bereits jetzt hat sich das Klima rund um den Nordpol um zwei Grad Celsius erwärmt. Markus Rex, Polar- und Klimaforscher, kennt durch frühere Expeditionen bereits Teile der weißen Wüste. „Wo wir früher mit Skiern oder Schneemobilen über Eis gefahren sind, brauchen wir heute Boote“, so Rex.

Das Zusammenspiel zwischen Veränderungen der Arktis und dem Klimawandel ist bisher kaum bzw. wenig erforscht worden. „Vorhersagen von wissenschaftlichen Klimamodelle unterscheiden sich um den Faktor drei“, sagt Rex. Also nahm er die Sache selbst in die Hand. Auf der Lyxor Klima-Konferenz erzählt er von seiner Leitung der MOSAiC-Expedition, der größten Arktis-Expedition aller Zeiten mit mehr als 600 Teilnehmern.

Auch heute noch ist der Nordpol mit so dickem Eis zugefroren, dass kein Eisbrecher durch die Schichten dringen kann. Aber Rex und seine Kollegen hatten ohnehin einen anderen Plan. Im Oktober 2019 ließen sie ihr Schiff Polarstern an einer großen Eisscholle festfrieren. „Das Eis der Arktis treibt über den Winter von Norden nach Süden“, weiß Rex. Sein Plan: Die Polarstern sollte mit dem Eis durch die Arktis driften und dabei so nah wie möglich an den Nordpol gelangen. Auf der Eisscholle kamen über 100 Tonnen Ausrüstung und 70 Kilowatt elektrische Leistung zum Einsatz.

Die Polarnacht erschwerte ihre Arbeit zusätzlich: „In der Arktis geht von Oktober bis Februar niemals die Sonne auf, es ist komplett dunkel“, erinnert sich Rex. Die Temperaturen während der Reise erreichten bis zu -40 Grad Celsius. „Aufgrundder Winde und durch die Feuchte fühlt sich das noch kälter an“, sagt Rex.

Die nächsten Menschen waren tausende Kilometer entfernt, kein Langstrecken-Helikopter hätte sie erreichen können. Und immer wieder wurden die Wissenschaftler von neugierigen Eisbären besucht. All diese Risiken haben sich schließlich gelohnt: „Wir haben auf unserer Expedition rund 50.000 Proben entnommen und 150 Terabyte an wissenschaftlichen Daten erhoben“, resümiert Rex stolz. Er hofft, dass seine Daten mehr Licht in die wissenschaftliche Dunkelheit der Arktis bringen können. Denn der Nordpol dient mit seinem Jetstream auch als die „Heizung der Welt“. Sollte sich die Arktis weiter erwärmen wie bislang, wird das starke Auswirkungen auf das globale Klima haben. Rex warnt: „Wenn wir so weitermachen, wird unsere Generation die letzte sein, die eine ganzjährige von Eis bedeckte Arktis erlebt.“


"Eingefroren am Nordpol" ist der Titel des Logbuchs, das Markus Rex als Expeditionsleiter der größten Arktisexpedition aller Zeiten veröffentlicht hat.

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