25 Nov 2021

Wie sich Klimarisiken berechnen lassen

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Gravierende Veränderungen unseres Klimas stehen uns bevor, wenn wir unseren CO2-Ausstoß nicht drastisch senken - auch bei der Geldanlage. Wir sehen es als unsere Aufgabe, Sie als Investor dazu zu ermutigen, diesen Schritt zu gehen und auf dem Weg zur klimafreundlichen Geldanlage zu unterstützen.

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Für Unternehmen stellt es ich teilweise schwierig dar, das Risiko durch den Klimawandel für ihre Assets zu bewerten. Auf der Lyxor Klima-Konferenz zeigt Sören Stöber, Business Development Director ESG & Sustainability bei S&P Global Sustainable1, welchen Ansatz die Ratingagentur verfolgt.

Dürreperioden, Überflutungen, Waldbrände, steigende Meeresspiegel, Hitze- und Kältewellen. Unternehmen sehen sich einer Vielzahl an Klimagefahren gegenüber. Doch Klimaschäden sind bisher zumeist nur abstrakte Gefahren, die erst weit in der Zukunft auftreten. Manager tun sich schwer, die Risiken ihrer Unternehmen in Bezug auf Klimaschäden zu quantifizieren. Das wissen auch die großen Ratingagenturen. Sören Stöber, Business Development Director ESG & Sustainability bei S&P Global Sustainable1, zeigte auf der Lyxor Klima-Konferenz, wie S&P bei der Berechnung von Klimarisiken vorgeht.

„Klimaschäden können in der gesamten Wertschöpfungskette eines Unternehmens auftreten“, so Stöber. Von der Lieferkette, über die eigene Produktion bis zur Logistik. Klimaschäden können dabei direkte Folgen haben: Eigene Assets etwa können beschädigt werden. Sie können auch indirekten Schaden anrichten: Beispielsweise können Lieferketten gestört werden und verzögern so den Geschäftsablauf.

Was also können Unternehmen tun? Zuerst einmal die Scheuklappen ablegen: „Wir ziehen für unsere Modelle mehrere Datenquellen zu Rate: Von branchenführenden wissenschaftlichen Modellen über unsere eigenen Daten bis hin zu langjährigem Expertenwissen“, sagt Stöber. Sustainable1 heißt das S&P Angebot, das insgesamt sieben Klimarisiken betrachtet.

Dabei ist nicht jedes Unternehmen gleich stark vom Klimawandel betroffen. „Es kommt auf das Geschäftsmodell an“, erörtert Stöber. Kapitalintensive Branchen etwa sind besonders stark von Fluten, Waldbränden und Stürmen bedroht: Diese können Maschinen und Inventar zerstören und damit das Geschäft lahmlegen. Unternehmen in arbeits- oder energieintensiven Branchen hingegen sind besonders von Hitze- und Kältewellen betroffen. Einerseits können die Temperaturen die Produktivität der Arbeitskräfte senken, andererseits müssen Unternehmen viel Geld in die Hand nehmen, um die Schwankungen auszugleichen. Sustainable1-Experte Stöber: „Unternehmen sollten ihre eigene Situation gut analysieren. Das Hauptquartier eines globalen Konzerns etwa ist nicht so stark von einer Dürreperiode betroffen, wie der Papierhersteller in derselben Region.“

Das bedeute auch, dass der Klimawandel verschiedene globale Region unterschiedlich hart treffen werde. Stöber und seine Kollegen wenden ihr Sustainable1 Risikomodell auf Aktienindizes in Japan, Europa, Australien, den USA und einen globalen Index an. „Die Unternehmen im australischen Index sind am stärksten gefährdet, gefolgt vom S&P 500 und dem globalen Index“, warnt Stöber.